Tag 4

Scuol – Livigno

Den heutigen Tag würden wir gerne komplett aus der Tour entfernen. Die Etappe als solches war wie gestern geschrieben, Landschaftlich wirklich toll. Gestern hab ich geschrieben, daß ich noch nicht viel Zeit hatte, mir die Landschaft auf den Etappen anzuschauen. Heute dafür umso mehr. Aber der Reihe nach.

Am Start in Scoul war super Wetter, der Startschuß viel und nach ca 800m duchr die Straßen von Scoul gings erstmal, mit kalten Beinen, schön 1,5h hoch zum Pass da Costainas. Wir haben es wieder sehr ruhig angehen lassen, immer im Hinterkopf, das noch zwei weitere Pässe auf uns warten. Oben angekommen, meldete Gerd, daß seine Beine heute ziehmlich müde sind. Zuerst hab ich gedacht, o.k. das liegt daran das wir mit kalten Beinen diese Rampe rauf gefahren sind und das es nach der Abfahrt schon wieder gehen wird. Die Abfahrt war wie immer unsere Stärke. Viele unserer direkten Konkurrenten konnten wir wieder einholen. Doch schon am nächsten Anstieg kam für Gerd der komplette Hammer. Nichts ging mehr so wie es sollte. Alle Versuche von mir ihm den Wind weg zu nehmen gingen schief, ich fand keinen richtigen Rhythmus um ihm den Weg nach oben zu erleichtern.  Der Gedanke ihm nicht richtig helfen zu können machte mich komplett verrrückt. Ich wollte, daß er sich einhakt damit ich ihn ziehen kann. Aber wer Gerd kennt weiß, daß das nicht so einfach ist. Gut dachte ich nur Geduld und ihn jetzt nicht auch noch nerven. Oben angekommen, einmal kurz durchatmen und ab ins Tal. Auf den längeren Rollpassagen kam er nicht so richtig im Windschatten mit, sodaß wir Gruppe um Gruppe ziehen lassen mussten. Und wer mich kennt weiß, wie schwer mir so was fällt. Am Fuße des letzten Berges war es dann soweit, ich sagte hak dich jetzt endlich ein ich will hier weg. Das hat gewirkt! Er wollte nicht so richtig, weil es noch ca 25km bis ins Ziel waren aber ich machte ich schnell klar, daß meine Kraft dafür ausreichen würde. Mit Gerd an meiner Schulter gings dann hoch zum Passo Alpisella. Team um Team haben wir einkassiert und ich kam so richtig in Fahrt. Ein Auge immer auf der Pulsuhr um nicht zu überziehen. Oben angekommen ging es dann über einen wunderschönen Trail bergab Richtung Livigno. Kurz vor Livigno dann die nächste Baustelle, Gerd fährt platt. Das loch war etwas zu groß und konnte nicht vom Doc Blue wieder verschlossen werden. Also Vorderrad raus, Schlauch rein. Die Teams die wir in mühevoller arbeit überholt hatten schossen wieder an uns vorbei. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch zog ich dann wieder, mit Gerd an meiner Schulter, los am See entlang Richtung Livigno. Team um Team konnten wir uns wieder nach vorne arbeiten aber 3km vorm Ziel ging es bei Gerd dann leider nicht mehr, das Tempo war zu hoch. Schade war, daß sich auch kein anderer Vorgespannt hat um uns den Wind weg zu machen. Aber so ist das nun mal, vorm Ziel ist sich jeder selbst der nächste. Egal dachte ich, dann halt locker ausrollen und erst mal was essen und trinken. Ein Blick auf die Ergebnisliste von heute gab uns dann leider die bestätigung, daß wir 5:02h für die 75km gebraucht hatten. Geplant waren 4:20 -4:30h. Die Panne am Schluß hat uns leider ganze 9 Plätze gekostet. Ich denke wir verabschieden uns, nach dem heutigen Tag, von unserem Ziel unter die ersten 50 in der Masters zu kommen. Aber ich geb die Hoffnung nicht auf, es sind noch 4 weitere Etappen, da kann noch viel passieren.

Morgen geht es auf die Königsetappe von Livigno nach Ponte di Legno. Mit 106km und 3461Hm eine echte Aufgabe.

1 Kommentar

  1. Kommt Jungs…..

    1h auf Platz 50, be 4 Etappen also 15 Minuten je Tour….

    TSCHAKKAAAA!!!! IHR SCHAFFT DAS!!!

    Ihr könnt nicht 7 Monate dafür arbeiten, und jetzt nach einem schlechten Tag den Kopf hängen lassen…..
    Unter die ersten 50 kommt ihr noch!! Ich bin überzeugt!!!

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